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Flagpole Guides

Technik des Fahnenmasts: Seilzug, Rolle und Kippmast

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Weißes Seil um eine Klampe gebunden
Foto: John Kinnander / Unsplash

Ein Fahnenmast ist technisch einfach, muss aber viel aushalten: Wind aus wechselnden Richtungen, Regen, Frost, UV-Strahlung und tausendfaches Hissen und Einholen. Wer versteht, wie Seilzug, Rolle und Verankerung zusammenwirken, erkennt Probleme früher und versteht, warum manche Bauarten für bestimmte Zwecke besser geeignet sind.

Der außenliegende Seilzug

Beim klassischen Mast läuft die Hissleine als geschlossene Schlaufe über eine Rolle im Mastkopf. An einem Strang wird die Flagge mit Karabinern oder Klemmen befestigt. Zieht man am anderen Strang, wandert die Flagge nach oben, und der freie Strang kommt nach unten. Oben angekommen, wird die Leine an der Klampe festgelegt. Weil die Schlaufe geschlossen ist, lässt sich die Flagge in jeder Höhe halten, etwa auf halbmast.

Der Abstand der Karabiner entspricht der Höhe der Flagge. Nach Protokoll Inland werden beim feierlichen Hissen alle Haken der Flagge an der Leine befestigt und die Flagge langsam und gleichmäßig hochgezogen.

Der innenliegende Seilzug

Beim innenliegenden Seilzug läuft die Leine im Inneren des Mastes. Oben tritt sie durch eine Öffnung am Mastkopf aus, unten ist sie hinter einer abschließbaren Klappe zugänglich. Ein Gegengewicht im Mast hält die Leine gespannt, manchmal läuft die Flagge an einem Schlitten. Vorteile sind Schutz vor Diebstahl und weniger Geräusche; Nachteil ist, dass sich eine gerissene Leine schwerer ersetzen lässt.

Drehbarer Mastkopf und Ausleger

Dreht der Wind, kann sich die Flagge um den Mast wickeln. Ein drehbarer Mastkopf mit Kugellager lässt die Befestigungspunkte der Flagge mit dem Wind wandern. Bei Auslegermasten hält ein Ausleger die Flagge oben ausgebreitet. Nach Protokoll Inland ist eine Auslegerflagge so auch bei Windstille vollständig zu sehen. Drehbare Ausleger folgen dem Wind, damit sich die Flagge nicht verheddert.

Kippvorrichtung

Viele Masten stehen nicht fest einbetoniert, sondern auf einer Kippvorrichtung. Ein Gelenk am Mastfuß erlaubt es, den Mast nach dem Lösen der Befestigung umzulegen. So lassen sich Rolle, Leine und Mastkopf am Boden warten. Bei größeren Masten wird das Umlegen oft von zwei Personen oder mit Hebewerkzeug erledigt, weil der Mast beim Kippen ein großes Hebelmoment erzeugt.

Die Alternative, am stehenden Mast zu arbeiten, ist riskant. Die DGUV Information 208-016 zur Verwendung von Leitern nennt Masten und Stangen ausdrücklich als unsichere Anlegestellen für Anlegeleitern. Für Arbeiten in größerer Höhe sind Hubarbeitsbühnen oder Fachbetriebe verbreitet. Mehr dazu im Ratgeber zur Sicherheit von Fahnenmasten.

Die Kräfte des Windes

Der Winddruck steigt mit dem Quadrat der Windgeschwindigkeit. Weht der Wind doppelt so stark, wirkt etwa die vierfache Kraft auf Mast und Flagge. Die Flagge vergrößert die Angriffsfläche um ein Vielfaches und flattert zudem, was zusätzliche dynamische Lasten erzeugt. Am Mastfuß entsteht so ein großes Biegemoment, das Mast und Fundament aufnehmen müssen.

Für die Bemessung gilt in Deutschland die Windlastnorm DIN EN 1991-1-4 mit dem deutschen Nationalen Anhang, der das Land in vier Windzonen einteilt. Das Deutsche Institut für Bautechnik veröffentlicht eine Zuordnung der Windzonen nach Verwaltungsgrenzen. Hersteller geben für ihre Masten deshalb oft an, für welche Windzone und welche größte Flaggengröße sie ausgelegt sind.

Typische Schwachstellen

BauteilTypisches Problem
Rolleläuft schwer oder blockiert, Leine springt heraus
Hissleinescheuert durch, wird spröde durch UV-Strahlung
Karabinerschlagen gegen den Mast, korrodieren
Drehlager im Mastkopfwird schwergängig
Kippgelenk und Schraubenlockern sich, korrodieren
MastfußFeuchtigkeit, Korrosion, Risse

Wie sich diese Probleme erkennen und beheben lassen, beschreiben die Ratgeber zur Reparatur und zum Zubehör.

Häufige Fragen

Wie funktioniert der Seilzug eines Fahnenmasts?

Die Hissleine läuft als geschlossene Schlaufe über eine Rolle im Mastkopf. Die Flagge wird an einem Strang der Schlaufe befestigt; zieht man am anderen Strang, wandert sie nach oben. Unten wird die Leine an einer Klampe oder hinter einer Klappe festgelegt.

Warum wickelt sich die Flagge um den Mast?

Wenn der Wind dreht, kann sich die Flagge um den Mast legen, vor allem bei Hochformatflaggen und feststehenden Mastköpfen. Drehbare Mastköpfe und drehbare Ausleger folgen dem Wind und verringern das Problem.

Was ist ein Kippmast?

Ein Kippmast steht auf einer Kippvorrichtung mit Gelenk. Nach dem Lösen der Befestigung lässt er sich umlegen, sodass Mastkopf, Rolle und Leine vom Boden aus erreichbar sind. Nach der DGUV-Information zu Leitern sind Masten und Stangen keine sicheren Anlegestellen für Leitern.

Wie stark belastet der Wind einen Fahnenmast?

Der Winddruck steigt mit dem Quadrat der Windgeschwindigkeit: Bei doppelter Windgeschwindigkeit wirkt etwa die vierfache Kraft. Die Flagge vergrößert die Angriffsfläche erheblich. In Deutschland richtet sich die Bemessung nach den Windzonen der DIN EN 1991-1-4 mit Nationalem Anhang.

Quellen

Der Ratgeber stützt sich auf folgende Quellen: