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Flagpole Guides

Geschichte von Fahne und Fahnenmast in Österreich

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Fahnen haben eine lange Geschichte als Zeichen von Herrschaft, Zugehörigkeit und Gemeinschaft. In Österreich spiegelt die Geschichte von Fahne und Mast die Geschichte des Landes: vom Bindenschild der Babenberger über die Heerfahnen und die Seeflagge bis zur Republik, die 1918 Rot-Weiß-Rot zur Staatsflagge machte.

Vom Feldzeichen zur Fahne

Laut dem Beitrag des Innenministeriums über die Symbole der Republik entwickelten sich Flaggen aus den Feldzeichen über Fähnlein und Fahnen zusammengehöriger militärischer Verbände. Die Fahne war Kampf-, Sieges- und Herrschaftszeichen, für die Soldaten zugleich Richtungs- und Sammelzeichen. Sie zeigte die Zugehörigkeit zu einer Einheit, einem Geschlecht oder einer Gemeinschaft.

Die Fahne hing an einer Stange, die getragen oder aufgestellt wurde, oft mit einer Bekrönung – dem „Krönlein“, einer Spitze, einem Adler oder einem Abzeichen. Diese Form lebt in den Traditions-, Vereins- und Kirchenfahnen weiter, die auch kirchlich geweiht werden können und so lange wie möglich bewahrt werden.

Von der Fahne zur Flagge am Mast

Die Flagge ohne eigene Stange, die an einem Mast gehisst wird, stammt aus der Seefahrt: Laut Innenministerium liegt dort der Ursprung der Nationalflaggen. Schiffe zeigten mit Flaggen ihre Herkunft. Der Mast mit Leine und Rolle, an dem eine Flagge gehisst und eingeholt wird, ist heute an Amtsgebäuden, Betrieben und Wohnhäusern verbreitet.

Rot-Weiß-Rot im Wandel

  • 13. Jahrhundert: Der rot-weiß-rote Bindenschild ist ab 1230 auf einem Siegel Herzog Friedrichs II. belegt.
  • 14. bis 16. Jahrhundert: Rot-Weiß-Rot ist als Heerfahne mehrmals nachweisbar, verliert aber an Bedeutung, als Söldnertruppen die Ritterheere ablösen.
  • Habsburgerzeit: Das schwarz-gelbe kaiserliche Banner verdrängt die rot-weiß-rote Fahne weitgehend; sie erscheint vor allem bei Erbhuldigungen und Festzügen.
  • 1786: Kaiser Joseph II. führt eine rot-weiß-rote Kriegs-, National- und Seeflagge ein. Bis 1869 dient sie als Handels-, bis 1918 als Kriegsflagge.
  • 12. November 1918: Bei der Ausrufung der Republik vor dem Parlament sollen rot-weiß-rote Fahnen gehisst werden. Angehörige der „Roten Garden“ reißen den weißen Streifen heraus und hissen die roten Tücher.

Mehr zur Herkunft der Farben steht im Ratgeber Rot-Weiß-Rot.

Der Tag der Fahne

Nach dem Staatsvertrag von 1955 suchte die Politik einen geeigneten Staatsfeiertag. Man einigte sich auf den 26. Oktober, den Tag, an dem der Nationalrat 1955 die Neutralität beschloss. An diesem Tag sollte jährlich die österreichische Fahne gehisst und in den Schulen eine Feierstunde abgehalten werden – der „Tag der österreichischen Fahne“. 1965 wurde er in Nationalfeiertag umbenannt, zwei Jahre später wurde er arbeits- und schulfrei.

Fahnenmasten beim Bundesheer

Die Fahnenordnung des Bundesheeres zeigt, wie eng Fahne und Mast mit Ritualen verbunden sind. In Kasernen steht ein Flaggenmast frei und gut sichtbar zu ebener Erde, der Ort wird etwa durch Einfriedung oder Bepflanzung hervorgehoben. Bei der Flaggenparade am Beginn der Arbeitswoche wird die Flagge in würdiger Form gehisst. Fahnen mit hohem Traditionswert, etwa die Flagge eines Auslandskontingents, werden nach Gebrauch dem Heeresgeschichtlichen Museum übergeben.

Maibaum und Fahnenstange

Neben dem Fahnenmast hat Österreich eine zweite Tradition der hohen Stange: den Maibaum. Die Bauordnungen behandeln beide ähnlich. Die Tiroler Bauordnung nennt Fahnenstangen und Maibäume unter den baulichen Anlagen, für die das Gesetz nicht gilt; die Oberösterreichische Bauordnung nimmt Gipfelkreuze, Bildstöcke, Marterl und Fahnenstangen aus.

Vom Holz zum Aluminium

Fahnenstangen waren lange aus Holz. Heute ist laut dem Hersteller Fahnen Gärtner Aluminium das gängigste Material, für Spezialmasten auch Stahl oder Glasfaser. Mehr dazu im Ratgeber zum Material von Fahnenmasten.

Häufige Fragen

Woher kommen Fahnen und Flaggen?

Laut einem Beitrag des Innenministeriums entwickelten sich Flaggen aus den Feldzeichen über Fähnlein und Fahnen militärischer Verbände. Die Fahne war Kampf-, Sieges- und Herrschaftszeichen und für die Soldaten Richtungs- und Sammelzeichen. In der Seeschifffahrt liegt der Ursprung der Nationalflaggen.

Seit wann gibt es die rot-weiß-rote Flagge an Masten?

Als Heerfahne ist Rot-Weiß-Rot im 14. bis 16. Jahrhundert nachweisbar. 1786 führte Kaiser Joseph II. eine rot-weiß-rote Kriegs-, National- und Seeflagge ein. Zur Flagge des Staates wurde Rot-Weiß-Rot am 31. Oktober 1918.

Was war der Tag der Fahne?

Nach dem Staatsvertrag wurde der 26. Oktober, der Tag des Neutralitätsbeschlusses 1955, als Tag der österreichischen Fahne begangen: Jährlich sollte die Fahne gehisst und in den Schulen eine Feierstunde abgehalten werden. 1965 wurde der Tag in Nationalfeiertag umbenannt.

Was passiert mit alten Fahnen des Bundesheeres?

Nach der Fahnenordnung des Bundesheeres werden verschlissene Fahnen ausgeschieden und vernichtet. Fahnen mit hohem Traditionswert, etwa die Flagge eines Auslandskontingents oder einer geschlossenen Liegenschaft, werden dem Heeresgeschichtlichen Museum übergeben.

Quellen

Der Ratgeber stützt sich auf folgende Quellen: