Fahnenmast aus Aluminium, GFK, Stahl oder Holz? Material in der Schweiz
Veröffentlicht Verfasst von Flagpole Guides
Die meisten Fahnenmasten in der Schweiz sind aus Aluminium. Daneben gibt es Masten aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), aus Stahl und aus Holz. Jedes Material hat Stärken und Schwächen bei Gewicht, Pflege, Stabilität und Aussehen. Für die Standsicherheit zählt aber nicht nur das Material, sondern auch Durchmesser, Wandstärke und Fundament.
Die Materialien im Vergleich
| Material | Gewicht | Pflege | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|
| Aluminium | leicht | wenig, rostet nicht | Garten, Firmen, Gemeinden |
| GFK | sehr leicht | wenig, kann mit der Zeit ausbleichen | Garten, Küste und Seeufer, mobile Masten |
| Stahl (verzinkt) | schwer | Verzinkung prüfen | sehr hohe Masten, starke Windlast |
| Holz | mittel bis schwer | regelmässiger Anstrich | Chalets und ländliche Bauten |
Aluminium

Aluminium ist leicht, korrosionsbeständig und lässt sich gut zu konischen oder zylindrischen Masten formen. Meist ist die Oberfläche eloxiert oder pulverbeschichtet, in Naturfarbe, Weiss oder einer anderen Farbe. Ein Aluminiummast lässt sich ohne Kran aufstellen und mit einer Bodenhülse oder einem Kippgelenk kombinieren. Nach der Heimgartner Fahnen AG hängen Stabilität und Widerstandskraft eines Masts vor allem vom Durchmesser und von der Wandstärke ab: Je dicker der Mast und je stärker die Wand, desto stabiler ist er. Für Fahnen, die dauerhaft hängen, nennt sie einen ausreichenden Durchmesser.
GFK
Masten aus glasfaserverstärktem Kunststoff sind sehr leicht, rosten nicht und leiten praktisch keinen Strom. Sie sind elastischer als Aluminium und biegen sich bei starkem Wind stärker. Die Oberfläche kann unter UV-Licht mit der Zeit matt werden oder ausbleichen. GFK ist verbreitet bei kleineren Masten, Teleskopmasten und an Standorten, an denen Korrosion eine Rolle spielt.
Stahl
Stahlmasten sind schwerer und steifer und werden vor allem für sehr hohe Masten oder an Standorten mit grosser Windlast eingesetzt. Sie sind in der Regel feuerverzinkt und oft zusätzlich beschichtet. Ihre Lebensdauer hängt davon ab, dass die Verzinkung intakt bleibt; Kratzer und Roststellen werden ausgebessert. Für das Aufstellen braucht es bei hohen Stahlmasten oft Hebezeug.
Holz
Holzmasten werden gern bei Chalets und ländlichen Bauten gewählt. Sie wirken natürlich, brauchen aber regelmässige Pflege: Ein Anstrich schützt vor Feuchtigkeit und Pilzbefall, und der Übergang zum Boden ist besonders gefährdet. Holz arbeitet bei Feuchtigkeit und Trockenheit, was Risse verursachen kann.
Wind, Schnee und Höhenlage
Die Schweiz reicht vom Mittelland bis in die Alpen, und die Belastung eines Mastes hängt stark vom Standort ab. Das Naturgefahrenportal des Bundes nennt für Windwarnungen der Stufe 2 Windspitzen von 70 bis 90 km/h in tiefen und mittleren Lagen und 100 bis 130 km/h in höheren Lagen; bei Stufe 5 sind es über 140 bzw. über 200 km/h. Die Grenze zwischen den Lagen liegt im Jura und im Mittelland bei etwa 1000 m ü. M., in den Alpen und auf der Alpensüdseite bei 1600 m. Hersteller geben für ihre Masten an, für welche Windlast und welche Fahnengrösse sie ausgelegt sind.
Normen
Eine eigene Norm für Fahnenmasten gibt es in der Schweiz nicht. Die kantonalen Baugesetze verlangen, dass Bauten und Anlagen standsicher sind. Der Kanton Waadt hält in Artikel 20 seines Ausführungsreglements zum Baugesetz (RLATC) ausdrücklich fest, dass Bauteile nach den Tragwerksnormen des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA) bemessen werden. Für die Windlast auf Tragwerke ist das in der Schweiz die Norm SIA 261. Mehr dazu im Ratgeber zur Sicherheit von Fahnenmasten.
Häufige Fragen
Welches Material ist für Fahnenmasten in der Schweiz verbreitet?
Am verbreitetsten ist Aluminium, weil es leicht ist, nicht rostet und wenig Pflege braucht. Daneben gibt es Masten aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), aus verzinktem Stahl für hohe Masten und aus Holz.
Leitet ein Fahnenmast aus Aluminium Strom?
Ja, Aluminium und Stahl leiten Strom, GFK und trockenes Holz kaum. Deshalb spielt der Abstand zu Freileitungen beim Aufstellen eine Rolle. Ob ein Blitzschutz sinnvoll ist, können Hersteller und Elektrofachleute im Einzelfall beurteilen.
Gibt es Vorschriften zum Material eines Fahnenmasts?
Eine eigene Vorschrift für Fahnenmasten gibt es nicht. Kantonale Baugesetze verlangen, dass Bauten und Anlagen standsicher sind. Der Kanton Waadt hält zum Beispiel in Artikel 20 RLATC fest, dass Bauteile nach den Tragwerksnormen des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins SIA bemessen werden.
Welches Material hält am längsten?
Das hängt von Pflege und Standort ab. Aluminium und GFK rosten nicht, verzinkter Stahl ist robust, solange die Verzinkung intakt bleibt, und Holz braucht regelmässigen Schutz gegen Feuchtigkeit. Mehr dazu im Ratgeber zur Lebensdauer.
Quellen
Der Ratgeber stützt sich auf folgende Quellen:
- Flaggen und Fahnenmasten – worauf achten? – Heimgartner Fahnen AG
- Règlement d’application de la loi sur l’aménagement du territoire et les constructions (RLATC), BLV 700.11.1, art. 20 – Canton de Vaud
- Gefahrenstufen Wind – Naturgefahrenportal des Bundes
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